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Ro Ro Roooose

am fenster stehend bemerke ich
es wird schon zur manie
die frauen färben sich das haar
sie färben sich das haupthaar rot

es brennt im hochhaus gegenüber
uninteressant, ich seh´ nicht hin
die roten schöpfe wippen forsch
erinnern mich an rooooosen

sanft im winde schwingend
betörend ach, der wunder voll
morgens wird die welt regiert
von rot beschopften damen

rosen gleich, so wunderschön
gern möchte´ ich sie liebkosen
brandgeruch liegt in der luft
das kommt von gegenüber

ich guck´ nur auf die straße – frauen!
o dürft´ ich manche rose pflücken
es ist mir nicht beschieden –
anscheinend nicht in dieser welt…

ein pferdeschwanz tanzt, da! vorbei
magenta! schreit jetzt diese rose…
viel zu flott tanzt sie ins off
so habet acht – oh, diese wesen

sie sind so zuckeressigsüß!
wie hass´ ich, lieb´ ich rosen
wie wunderschön die frauen sind!
ach dürft´ ich tanzen, singen, lachen

mit einer dieser rosen fein…
ach dürft´ ich weinen, stöhnen, fluchen
aufgrund des dornes, der mich stach!
ich kann nur glotzen, sehen, schauen

das feuerrot besticht mein herz…
aus der entfernung staune ich!
ein mann stürzt aus dem hause dort
er hat versengtes, blondes haar!

Das Hanghuhn Lygia

Das Hanghuhn ist sehr exponiert,
und hat sich schräg am Hang platziert.
Jedoch dort mittig ausgerichtet,
das kurze Bein exakt gewichtet.

Die Lygia, meist fabelhaft,
meistert Schrägen meisterhaft!
Sie scheitert nie so richtig gern,
und bleibt den Ebenen oft fern.

Unruhige Kurven, seltsame Schlenker,
schräge Typen, tiefsinnigste Denker –
Chaos liebend und trefflich am Rand:
Bietet den wohl schärfsten Verstand!

Denn Lygia, die Zauberhafte,
1000 kleine Wunder schaffte.
Dieses Hanghuhn – einzigartig,
immer einzig, doch nie artig!

Ein kürzeres, ein langes Bein,
der beste Freund: Ein Warzenschwein!
Dieses Huhn kann jeder leiden,
der den Mittelweg will meiden.

„Ungewöhnlich ist mein Anspruch,
Spießertum war stets mein Fluch!
Du willst mein Gefährte werden?
Wandele stets schräg auf Erden!“

Besonders ist es, dieses Mädchen,
nicht eines von Milliarden Rädchen.
Sie macht mir Freude, ungelogen,
denn sie ist herrlich ungezogen!

Bleib doch bitte, wie du bist!
Lass den Gockel auf dem Mist,
lass alle anderen laut motzen,
wirst dem Mob für immer trotzen!

DER FINALE ENTSCHLUSS

Die Fliege roch den Rumtopf wohl,
noch bevor sie ihn erblickte.
Zum Mittagsmahl gab´s Wirsingkohl,
danach die Abfuhr dann, die strikte.

Gardinenpredigt vom Fliegenweib,
der Gatte fasst jetzt den Entschluss:
Was ich nur mach, was ich auch treib´,
stets ist es falsch; jetzt mach ich Schluss!

„Du treibst dich oft da draußen rum!
Hängst ab mit wirklich bösen Fliegen…“
Der Gatte mault: „Jetzt sauf ich Rum!“
Er lässt die Gattin nicht obsiegen!

Da kommt der Rumtopf grade recht!
Er fliegt ihn, böse grinsend, an.
Solch ein Tod ist gar nicht schlecht:
Besser Rum als Lebertran!

Er stürzt, koppheister, in den Topf!
Süßer kann der Tod kaum sein…
Die Fliegen-Witwe: „Du Ego-Tropf!
Denkst nicht an neunzig Kinderlein!“

Dem Gatten ist das völlig schnurze,
besoffen geht er in den Tod!
Er hatte wohl 10.000 Kurze…
Ein dummer Tod, ganz ohne Not!