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Gerd Cremer (Gherkin)

Schriftsteller aus Deutschland

Gherkin, Privatier, 73 Jahre alt

Gherkin ist aus Köln, schreibt seit 1988, vor allem Kurzgeschichten aller Art, auch Grotesken, Essays, Rezensionen, Glossen, und etwas Lyrik, Satiren und Paralipomena.

Sein Credo: „Ich glaube an die heilige Macht der Unordnung, denn Ordnung ist die Lust der Vernunft, aber die Unordnung, das totale Chaos, ist die Wollust der Fantasie!“ Er ist angetreten, den Leser zu verstören, zu verwirren und zu verunsichern. Nur so stellt er sicher, dass die Texte auch hinterfragt und in jeder Hinsicht letztlich verstanden werden.

Herzlich grüße ich den Leser jeder Couleur, ob alt oder jung. Gherkin steht für Meinungsfreiheit, für Freigeist und Widerstand, wo immer Unrecht gedeiht. Er ist gegen jede Form von protofaschistischem Gedankengut, vor allem gegen Antisemitismus, gegen Vorurteile jeglicher Art und gegen den Hass auf alle Minderheiten.

Hochrangiges Mitglied des Prekariats / Gewichtiger Bedenken- und unfreiwilliger Glatzen-und Bauch-Träger

Und noch´n Credo von Gerd Cremer:

„Mögen mir eher die Hände langsam verrotten und schließlich abfallen, und ich mit faulenden, stinkenden Stümpfen vor meiner Tastatur sitzen, unfähig, dann auch nur einen Satz einzugeben, als dass ich jemals die Hilfe einer KI in Anspruch nähme, um einen Text zu erstellen. Vallah!“

Was zeichnet dich aus?

Eine gewisse Detailverliebtheit und die Liebe zur deutschen Sprache. Ich beobachte genau. Meine Mitmenschen sind mir ein Rätsel, daher schaue ich sehr genau hin. Als Autist erhalte ich deutlich mehr Infos, muss diese aber auch alle, zwangsgesteuert, verarbeiten.

Dein neues Buch ist gerade auf den Markt gekommen? Wie heißt es?

Es heißt, etwas sperrig: >Schicksti Schicks Scharb Schord Schdori Schatts< und der Titel ist eine Verballhornung von „Sixty Six Sharp Short Story Shots“. Es beinhaltet 66 Kurzgeschichten und 24 Gedichte, im Buch sind auch 12 meiner Zeichnungen zu finden. Es wird von Tredition herausgegeben, kostet nichts und….

(Fällt ein, irritiert) Kostet nichts?

Äh, hab ich das gesagt? Nein, das ist so nicht ganz stimmig. Tschulldschungk! Man sehe es mir nach. Das hohe Alter…

Woher nimmst du deine Ideen oder dein Wissen?

Durch die Beobachtung. Zudem lese ich viel. Jede Woche mindestens ein Buch, das ist Pflicht.

Womit verbringst du deine Zeit, wenn du keine Bücher schreibst?

In selbstreflektierenden, sehr langen Spaziergängen. Gehend, wandernd, erhalte ich neue Ideen „zugeworfen“. Ich erkenne, ich wundere mich, und ich schreibe darüber.

Dein Credo?

Ich glaube an die heilige Macht der Unordnung. Ordnung ist die Lust der Vernunft, aber das Chaos, die totale Unordnung, ist die Wollust der Fantasie. Ich bin angetreten zu verstören und auch zu verunsichern, nur so stelle ich sicher, dass meine Leser die Welt zu hinterfragen beginnen.

Wie geht es für dich weiter?

Auf die Frage: „Was machst du gerade, Gerd?“ gebe ich meist diese kurze Antwort: „Ich versuche, in regelmäßiger Abfolge ein- und auszuatmen, diese Tätigkeit fordert meine ganze Konzentration!“ Einen Blick auf die Zukunft zu werfen, scheint mir vermessen.

Auf welche Bücher dürfen sich deine Leser als nächstes freuen?

„Die Hierarchie“, eine Kriminal-Roman-Groteske. Sie spielt in einer holländischen Praxis für Krankengymnastik. Der Protagonist ist dort der einzige Deutsche, arbeitet als Rezeptionist. 28 Therapeuten, die Praxis ist riesig, 2 Telefon-Leitungen, der Job ist stressig. Und diese kaputten Vorkommnisse dort sind extrem absurd und grotesk. Mein Buch mit 66 Kurzgeschichten, 24 Gedichten und 12 Zeichnungen ist jetzt fertig geworden. Es erscheint bei „Tredition“. Es ist mein 2. Buch bei Tredition. Zunächst kam dort genau vor 4 Jahren Der Verschollene oder >AMERIKA<: Fortsetzung und Beendigung des Romanfragments von Dr. Franz Kafka heraus.

Vielen Dank für die freundliche Aufmerksamkeit.